Select Page

Instant Payment: Warum Echtzeit heute der neue Standard ist

 Instant Payment ist kein Zukunftstrend – es ist ein Comeback. Schon vor Tausenden von Jahren war der Handel einfach und ein “Echtzeit-Ding”: Ware gegen Geld, sofort, direkt, ohne Warten. Dieses Prinzip der unmittelbaren Zahlung ist tief in unserem wirtschaftlichen Selbstverständnis verankert. Heute – in einer Welt, in der selbst Sekunden zählen – kehrt diese Idee in digitaler Form zurück: als Instant Payment.

Bargeld ist auf dem Rückzug, digitale Zahlungen dominieren unseren Alltag, und Initiativen wie der digitale Euro zeigen, wohin die Reise geht. Was früher das Händedrücken am Marktstand war, ist heute ein API-basierter Echtzeittransfer – sicher, sofort und jederzeit verfügbar.

Wer von den Echtzeitzahlungen profitiert

Instant Payments sind elektronische Zahlungen, die rund um die Uhr – also 24/7, 365 Tage im Jahr – innerhalb von Sekunden ausgeführt und dem Empfänger gutgeschrieben werden. Möglich wird das durch neue Infrastrukturen wie das SEPA Instant Credit Transfer-Verfahren (SCT Inst) in Europa, das Beträge bis zu 100.000 € innerhalb von zehn Sekunden übermittelt – und das bankenübergreifend.

Instant Payments bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten: Privatpersonen schätzen die Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und das deutliche Plus an Komfort im Alltag und können beispielsweise spontan Geld senden.

Nicht nur Online-Händler profitieren von sofortigem Zahlungseingang, auch Unternehmen profitieren von Liquidität in Echtzeit, weniger Zahlungsausfällen und einem deutlich effizienteres Cashflow-Management. Instant Payments lasse sich für schnelle Lohn-, Rechnungs- oder Versicherungsauszahlungen nutzen.

Auch in Bereichen wie Gebrauchtwarenhandel, FinTech, Behörden oder am Point of Sale sorgen Echtzeitzahlungen für höhere Effizienz, Sicherheit und Kundenzufriedenheit.

Und die Banken und Zahlungsdienstleister profitieren von einem strategischen Hebel in einem zunehmend kompetitiven Markt.

Zwischen Potenzial und Pflicht: Wo der Markt steht

Der Markt für Instant Payments steht an einem Wendepunkt: Laut aktuellen Schätzungen werden bis 2027 rund 25 % aller bargeldlosen Zahlungen in Europa in Echtzeit erfolgen – Tendenz steigend. Für Banken, Fintechs und Zahlungsdienstleister eröffnet das enorme Wachstumschancen: Neue Geschäftsmodelle wie Request-to-Pay, Echtzeit-Factoring oder Embedded Payments lassen sich nur mit Instant Payment sinnvoll umsetzen.

Gleichzeitig wächst der regulatorische Druck. Die EU-Kommission hat mit dem „Instant Payments Regulation Package“, abgekürzt mit IPR für Instant Payment Regulation, deutlich gemacht, dass Echtzeitzahlungen kein optionales Feature mehr sind, sondern zum neuen Standard werden sollen – mit festen Fristen für Umsetzung und Interoperabilität. Diese Fristensehen vor, dass Zahlungsdienstleister im Euroraum seit dem 9. Januar 2025 eingehende und ab dem 9. Oktober 2025 ausgehende Instant Payments unterstützen müssen.

Doch mit dem Potenzial kommen auch Herausforderungen: Alte Core-Banking-Systeme, fehlende API-Standards, Kosten für Infrastrukturmodernisierung oder Sicherheitsbedenken bei der Betrugserkennung verhindern vielerorts noch die flächendeckende Einführung.

Technisch bereit – oder nur scheinbar?

Darüber hinaus stellt die Einführung der EU-Verordnung zu Instant Payments (IPR) die Banken vor erhebliche technische Herausforderungen. Viele Institute verfügen zwar über Systeme, die Instant Payments grundsätzlich abwickeln können – doch die Anforderungen der IPR gehen deutlich weiter: Zahlungen müssen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, innerhalb von maximal zehn Sekunden verarbeitet werden – zuverlässig, sicher und in Echtzeit. Das bedeutet: Legacy-Systeme müssen modernisiert, Back-End-Prozesse durchgängig automatisiert und Zahlungssysteme hochverfügbar und skalierbar aufgestellt werden.

Hinzu kommen zusätzliche Anforderungen wie Echtzeit-Betrugserkennung, IBAN/Name-Check, Anbindung an das SEPA-Instant-Netzwerk und die Einhaltung neuer Reporting- und Transparenzvorgaben. Viele Banken stehen deshalb vor der Frage, ob sie ihre Infrastruktur selbst aufrüsten – oder auf spezialisierte FinTechs setzen, die moderne, modulare Lösungen anbieten. Anbieter wie Qwist unterstützen hier mit skalierbaren, cloudbasierten Plattformen, die sich nahtlos in bestehende Kernbankensysteme integrieren lassen und den regulatorischen Anforderungen der IPR bereits heute gerecht werden.

Fazit – Key Takeaways

  • Instant Payments sind mehr als ein Trend: Sie bringen das uralte Prinzip der unmittelbaren Bezahlung in die digitale Welt zurück – schnell, sicher und jederzeit verfügbar. 
  • Die IPR macht Echtzeitzahlungen zur Pflicht: Mit der neuen EU-Verordnung wird Instant Payment zum verbindlichen Standard für Banken im SEPA-Raum. 
  • Technische Herausforderungen sind erheblich: Echtzeitfähigkeit, 24/7-Betrieb, Betrugserkennung und Interoperabilität erfordern tiefgreifende Modernisierungen der Bankinfrastruktur. 
  • FinTechs bieten praxisnahe Lösungen: Anbieter wie Qwist unterstützen mit skalierbaren, konformen Plattformen, die sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren lassen. 
  • Jetzt ist der Zeitpunkt zum Handeln: Wer frühzeitig investiert, sichert sich regulatorische Sicherheit und einen echten Wettbewerbsvorteil im Zahlungsverkehr der Zukunft. 

Möchten Sie mehr über Instant Payment erfahren?
Hier klicken und den vollständigen Artikel lesen

Historischer Abriss: Der Weg zum Bezahlen in Echtzeit

Die Idee, Geld in Sekundenschnelle zu überweisen, mag modern wirken – doch der Weg dorthin ist das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklungen im Zahlungsverkehr. 

Die Anfänge: Manuelle Überweisungen und Papierformulare

Bis in die 1990er Jahre hinein war der Zahlungsverkehr in Europa stark papierbasiert. Überweisungen wurden auf Formularen erfasst und in mehreren Schritten manuell verarbeitet – mit Laufzeiten von mehreren Tagen. 

Digitalisierung des Zahlungsverkehrs (1990er–2000er) 

Mit der Verbreitung des Online-Bankings wurden Zahlungen erstmals digital eingereicht. Die eigentliche Abwicklung durch Banken erfolgte jedoch weiterhin in Batch-Verfahren, meist nur an Werktagen und zu festen Clearing-Zeiten. 

SEPA als Basis für Harmonisierung (seit 2008) 

Mit dem einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) wurde ab 2008 eine Grundlage für grenzüberschreitende Zahlungen geschaffen. Die SEPA-Überweisung (SEPA Credit Transfer) reduzierte Laufzeiten auf einen Bankarbeitstag – ein Fortschritt, aber noch keine Echtzeit.

Der Durchbruch: SEPA Instant Credit Transfer (seit 2017)

2017 startete das SEPA Instant Payment Verfahren (SCT Inst) in Europa. Es ermöglichte erstmals Überweisungen in weniger als 10 Sekunden – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Technisch möglich wurde dies durch neue Infrastrukturen wie das TIPS-System der Europäischen Zentralbank. 

Aktuelle Entwicklung: Vom Nischenprodukt zum neuen Standard

Was zunächst als optionales Feature begann, wird nun zur Pflicht: Die EU plant die verpflichtende Einführung von Instant Payment für Banken bis 2025. Damit steht Europa vor einer grundlegenden Veränderung des Zahlungsverkehrs – vergleichbar mit der Einführung des Online-Bankings. 

Person multitasking with a laptop and smartphone, reading online content.

Newsletter subscription

Stay up to date with all Open Finance news
Subscribe to the free newsletter now

Person multitasking with a laptop and smartphone, reading online content.

Newsletter-Anmeldung

Bleiben Sie up-to-date bei allen News rund um Open Finance
Jetzt zum kostenlosen Newsletter anmelden

Person multitasking with a laptop and smartphone, reading online content.

Inscripción al boletín

Manténgase al día con todas las noticias sobre Open Finance
Regístrese ahora al boletín gratuito

Aktuelles von Qwist

Talk to us!

We look forward to your enquiry – get in touch with us here

Sprechen Sie mit uns!

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage – nehmen Sie hier Kontakt mit uns auf

¡Hable con nosotros!

Esperamos su consulta: póngase en contacto con nosotros aquí