Der Bankenmarkt ist in Bewegung – kaum ein Tag, an dem nicht von Übernahmen oder steigendem Wettbewerbsdruck durch das Aufkommen von FinTechs die Rede ist. Diese neuen Akteure bieten innovative, digitale Finanzdienstleistungen an und bedienen damit moderne Kundenbedürfnisse nach Schnelligkeit, Flexibilität und Transparenz. Traditionelle Banken sehen sich dadurch gezwungen, ihre Geschäftsmodelle anzupassen und verstärkt in Digitalisierung zu investieren. Gleichzeitig gibt es auch Kooperationsansätze zwischen etablierten Banken und FinTechs, bei denen beide Seiten von den jeweiligen Stärken des anderen profitieren können. Ein solcher Fall ist der Kontowechsel-Service.
Das Prinzip einer lebenslangen Hausbank ist Geschichte. Die Bereitschaft zum Bankwechsel ist heute deutlich höher als in der Vergangenheit. Laut einer aktuellen auf den BankBlog veröffentlichten Studie aus dem Jahr 2023 haben 55% der deutschen Bankkunden mindestens einmal ihr Hauptkonto gewechselt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Dazu gehören zum Beispiel die Unzufriedenheit mit der bisherigen Bank beziehungsweise deren Serviceangebot oder aber, dass es auf das neue Konto bessere Zinsen gibt oder die Gebühren und Kosten für den Unterhalt geringer sind. 63% der Bankkunden, so die Studie, haben Angst vor einer Banken- und Finanzkrise. Dies führt dazu, dass viele ihr Geld auf mehrere Konten verteilen, um im Krisenfall besser aufgestellt zu sein.
Aber nicht nur die generelle Wechselbereitschaft ist gestiegen, sondern auch die Häufigkeit der Wechsel. 73% der Wechsler haben bereits drei oder mehr Bankwechsel hinter sich, verglichen mit nur 27% im Jahr 2016.
Neuer gesetzlicher Rahmen
Seit Inkrafttreten des Zahlungskontengesetzes (ZKG) im Jahr 2016 ist der Kontowechsel für die Bankkunden etwas leichter geworden. Alle Zahlungsdienstleister, die Verbrauchern Zahlungskonten (z.B. Girokonten) anbieten, sind gesetzlich verpflichtet, beim Kontowechsel zu helfen. Das Gesetz legt zudem einen einheitlichen Ablauf für den Kontowechsel fest, einschließlich genauer Fristen für die beteiligten Banken. Die im ZKG definierten spezifischen Leistungen umfassen die Übermittlung von Informationen zu bestehenden Daueraufträgen und Lastschriftmandaten, die Bereitstellung von Daten zu eingehenden Überweisungen und Lastschriften der letzten 13 Monate sowie die Einrichtung von Daueraufträgen auf dem neuen Konto, die Übertragung des Restguthabens und die Schließung des alten Kontos auf Wunsch des Kunden.
Aber auch mit den Erleichterungen durch das ZKG blieb der Prozess für den Kunden außerordentlich zeitaufwändig und mühsam. In Zeiten, in denen die Digitalisierung immer mehr Bereiche unseres Alltagslebens durchdringt, ist der “analoge” Kontowechsel ein echter Anachronismus. Der komplexe Prozess der Übertragung eines bestehenden Bankkontos auf ein anderes Institut birgt außerdem finanzielle und sicherheitstechnische Risiken.
Nichts desto Trotz kann das Inkrafttreten der ZKG als Initialzündung für die Verbreitung digitaler Kontowechseldienste betrachtet werden. Mit der Einführung der PSD2 mussten die Banken dann Drittanbietern Zugang zu Kundendaten gewähren, was dem digitalen Kontowechsel durch die damit einhergehende Vereinfachung weiteren Auftrieb verschaffte. Technologische Innovationen wie “Video-Ident”-Verfahren zur Identitätsverifizierung und die Zusammenarbeit von Banken mit FinTechs zur Erleichterung des Kontowechsels nahmen in diesem Zeitraum ihren Anfang.
Win-Win auf beiden Seiten
Die Vorteile eines digitalen Kontowechseldienstes für die Bankkunden liegen auf der Hand:
- Einfachheit und Komfort
Kunden erwarten einen unkomplizierten und benutzerfreundlichen digitalen Prozess für den Kontowechsel. Sie möchten den Wechsel bequem von zu Hause aus durchführen können, ohne eine Filiale aufsuchen zu müssen. - Schnelligkeit
Kunden erwarten, dass der Kontowechsel zügig abgewickelt wird. Darüber hinaus gibt das ZKG vor, dass der gesamte Prozess innerhalb von maximal 12 Arbeitstagen abgeschlossen sein sollte. - Umfassende Unterstützung
Kunden wünschen sich einen Service, der alle administrativen Aufgaben übernimmt:- Übertragung von Daueraufträgen und Lastschriftmandaten
- Information aller relevanten Zahlungspartner über die neue Bankverbindung
- Übertragung des Restguthabens
- Schließung des alten Kontos auf Wunsch
- Sofortige Nutzbarkeit
Nach der Kontoeröffnung erwarten mehr als die Hälfte der Kunden eine sofortige Nutzbarkeit des neuen Kontos und des Online-Bankings. Dies stellt für viele Banken nach wie vor eine Herausforderung dar. - Flexibilität bei der Gerätewahl
Kunden erwarten, dass sie den Kontowechselprozess sowohl über Desktop-Computer als auch über mobile Geräte durchführen können.
Aber auch auf Seiten der Banken ergeben sich aus der Digitalisierung des Kontowechsel-Prozesses handfeste Vorteile: Die aktive Umstellung der Neukunden auf den Service als reinen Online-Prozess auf dem Desktop oder in ihrer App verringert die Kosten und den Aufwand für den Kunden-Support und das Back Office. Mit dem Kontowechsel Service von Qwist, Account SwitchKit, beispielsweise, lässt sich die Dauer des Vorgangs von vier Stunden auf weniger als zehn Minuten reduzieren.
Banken, die neue Kunden gewinnen wollen, die Zufriedenheit ihrer Bestandskunden erhalten und zudem noch Kosten im Backend einsparen möchten, sollten über die Implementierung eines digitalen Kontowechsel-Services nachdenken und sich dazu am besten mit einem erfahrenen FinTech zusammensetzen. Es wäre Win-win für alle Beteiligten!
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