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Digitale Revolution im Betreuungswesen

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Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
01.09.2025

Software-gestützte Effizienz: Mehr Zeit für Menschlichkeit in der Pflege

Die Betreuung hilfsbedürftiger Menschen hat im Laufe der Geschichte einen bemerkenswerten Wandel durchlaufen. Von den frühen Anfängen, in denen Unwissenheit und Vorurteile oft zu unmenschlichen Praktiken führten, bis hin zu den heutigen modernen, auf Würde und Selbstbestimmung basierenden Ansätzen, spiegelt die Entwicklung des Betreuungswesens den gesellschaftlichen Fortschritt wider. Noch im 19. Jahrhundert waren die Methoden zur Betreuung oft von Zwang und Isolation geprägt. Menschen mit Unterstützungsbedarf wurden häufig in Stadtspitälern oder Versorgungshäusern untergebracht, wobei die familiäre Pflege stets eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte. Um 1900 kamen fragwürdige Behandlungsmethoden wie Dauerfixierungen zum Einsatz, die aus heutiger Sicht befremdlich erscheinen. Ein Glück, dass wir heute weiter sind und auf Empathie, Fachkompetenz und individuelle Betreuungskonzepte setzen.

Eine kurze Geschichte des Betreuungsrechtes in Deutschland

Seit 1992 ist der Umgang mit Betreuungsbedürftigen sogar gesetzlich geregelt: Das Betreuungsgesetz trat am 1. Januar 1992 in Kraft. Es stellt einen grundlegenden Wandel im Umgang mit betreuungsbedürftigen Personen dar, da es erstmals die betroffene Person mit ihren Wünschen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt rückt. Eine weitere bedeutende Entwicklung erfolgte am 1. Januar 2023 mit einer umfassenden Reform des Betreuungsrechts, die sich an der UN-Behindertenrechtskonvention orientiert und die Selbstbestimmung der betreuten Personen weiter stärkt.

Ende 2016 wurde die Gesamtanzahl der Betreuungsverfahren in Deutschland auf etwa 1.260.000 geschätzt. Für 2024 ist davon auszugehen, dass die Zahl der Menschen in Betreuung weiterhin bei über 1,3 Millionen liegt oder sogar noch größer ist: Der Bedarf an rechtlicher Betreuung steigt aufgrund verschiedener Faktoren wie einer alternden Bevölkerung, sich auflösender Familienstrukturen und zunehmender Komplexität bei der Beantragung sozialer Leistungen.

Viele Aufgaben und nur wenig Zeit

Ein Betreuer muss eine Vielzahl administrativer Aufgaben für den Betreuten übernehmen, die sich je nach zugewiesenem Aufgabenspektrum unterscheiden können. Zu den häufigsten administrativen Tätigkeiten gehören neben der Vermögensverwaltung auch Behördenangelegenheiten wie beispielsweise Antragstellung oder Geltendmachung von Ansprüchen. Dazu kommen Aufgaben aus dem Bereich der Gesundheitsfürsorge wie die Verwaltung von Krankenunterlagen oder die Organisation und Dokumentation von Heilbehandlungen und ganz allgemein zahlreiche Pflichten zur Berichterstattung und Dokumentation, die erfüllt werden müssen, um den gesetzlichen Anforderungen und der Kontrolle durch das Betreuungsgericht zu genügen. Auch um Wohnungs- und Postangelegenheiten muss sich ein Betreuer kümmern. Nicht zuletzt gilt es für die betreute Person Anträge zu stellen und Ansprüche durchzusetzen, kurz, ihre rechtlichen Angelegenheiten zu regeln.

Werfen wir einen genaueren Blick auf die Vermögensverwaltung und die damit einhergehenden Pflichten; für die Ausführung ist in aller Regel der Zugriff auf die Finanzdaten des Betreuten Voraussetzung. Bei den Aufgaben der Vermögensverwaltung für eine betreute Person handelt es sich im Einzelnen um:

  • Führung von Girokonten
  • Verwaltung von Sparvermögen
  • Zahlung von Verpflichtungen wie Miete, Strom und Versicherungen
  • Erstellung von Steuererklärungen
  • Schuldenregulierung

Das gesamte Spektrum der administrativen Aufgaben in der Betreuung ist also außerordentlich umfangreich und zeitintensiv. Heute stehen neben der von Privatpersonen geleisteten Betreuung auch institutionelle Pflege- und Betreuungsformen zur Verfügung, die von modernen Technologien profitieren: Betreuer können heute auf einen wachsenden Pool an Software-Lösungen zurückgreifen, die viele administrative Prozesse automatisieren und vereinfachen. Zeit und Aufwand, der so eingespart werden, kommen dem zwischenmenschlichen Aspekt der Betreuung zugute.

Prozessoptimierung für mehr Zeit für Mensch-zu-Mensch

Ein Beispiel für diese softwaregestützte Prozessoptimierung liefert die Kooperation zwischen PersonalClientCare (PCC) und Qwist: Mit innovativen Technologien und intelligenten Arbeitsabläufen schaffen beide Unternehmen zusammen eine effizientere, sicherere und transparentere Lösung für die Vermögensverwaltung betreuter Personen.
Zwei hochentwickelte Produkte aus der nrich Financial Data Suite von Qwist wurden dazu nahtlos in das breite PCC-Angebot integriert.

Ein zentrales Feature der Zusammenarbeit ist Financial Transaction Data: Die Lösung ermöglicht es Betreuern, schnell und effizient auf umfassende Finanzinformationen von Banken und Finanzdienstleistern in Echtzeit zuzugreifen und unterstützt so die präzise Verwaltung des Vermögens der betreuten Personen und liefert überdies eine klare Übersicht über deren finanzielle Situation.

Ein weiteres Tool von Qwist, das in PCC integriert ist, ist Categorisation. Die Lösung analysiert Transaktionsdaten und ordnet diese automatisch in mehr als 100 spezifische Kategorien, wie beispielsweise Unterstützungsleistungen, Einkommen, Miet- und Nebenkosten oder Versicherungen. Die Kategorisierung vereinfacht für den Betreuer die Ausgabenanalyse und die Erstellung detaillierter Finanzberichte.

Durch diese beiden Features wird der administrative Aufwand in der Vermögensverwaltung erheblich reduziert. Smarte Auswertungen und anschauliche Diagramme präsentieren präzise Analysen und schaffen eine fundierte Entscheidungsbasis. Zudem ist die Verwaltung direkt in PCC integriert, sodass zusätzliche Bankprogramme überflüssig werden und jeder Betreuer stets auf dem neuesten Finanzstand seiner Klienten ist. Die Zusammenarbeit zwischen PCC und Qwist im Bereich der Finanzverwaltung ermöglicht es Betreuern, die finanziellen Belange ihrer Klienten effizienter zu verwalten und administrative Aufgaben zügiger zu erledigen. So bleibt mehr Zeit, sich auf die persönliche Betreuung und Unterstützung zu konzentrieren.

Diese Partnerschaft markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Weiterentwicklung digitaler Finanzlösungen im Betreuungswesen. Durch die Zusammenarbeit von PCC und Qwist werden innovative Standards gesetzt, die nicht nur Betreuern, sondern auch den betreuten Personen zugutekommen und den Weg für eine effizientere, transparente und sicherere Betreuung ebnen. wist neue Standards – zum Vorteil von Betreuern und betreuten Personen gleichermaßen.

Die Partnerschaft zwischen PCC und Qwist unterstreicht anschaulich das enorme Potenzial software-gestützter Betreuung, die nicht nur administrative Prozesse vereinfacht, sondern auch die Qualität der Betreuung insgesamt verbessert. Letztendlich ebnet diese Innovation den Weg für eine effizientere, transparentere und personalisierte Betreuung, die das Wohlbefinden aller Beteiligten in den Mittelpunkt stellt.

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