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Verification of Payee: Eine neue Ära der Zahlungssicherheit für Banken

Open Banking
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Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Ware gegen Geld – dieser an sich simple Tausch ist seit Jahrhunderten die Grundlage jeder geschäftlichen Transaktion. Und schon immer wollten die Menschen dabei wissen, wem sie ihr Geld anvertrauen. Für die digitale Variante des Handels und Bezahlens gibt es heute eine Methode, sich genau über diesen Aspekt Aufschluss zu verschaffen: Verification of Payee (VoP). Dabei handelt es sich um einen Name-Check für Zahlungen. Nicht umsonst ist die neue Vorschrift auch unter der Bezeichnung IBAN-Name-Check bekannt. Das zugrundeliegende Prinzip: Bevor das Geld den Weg zum Empfänger nimmt, wird überprüft, ob der Name des Empfängers mit der hinterlegten IBAN übereinstimmt. Das klingt einfach, aber es hat weitreichende Auswirkungen auf die Sicherheit und Effizienz im Zahlungsverkehr. Wir beleuchten, wie VoP eigentlich funktioniert, welche Vorteile es für alle Marktteilnehmer bietet und wie sich vor allem Banken am besten darauf vorbereiten.

Was ist Verification of Payee?

VoP ist ein integraler Bestandteil der Instant Payment Regulation (IPR). Dabei handelt es sich um einen neuen Sicherheitsmechanismus, der es Zahlern ermöglicht, vor der Ausführung einer Überweisung oder Lastschrift den Namen des Empfängers mit der angegebenen IBAN abzugleichen. Ziel ist es, Betrug zu verhindern und das Vertrauen in SEPA-Überweisungen zu stärken. Mit gutem Grund: SEPA-Überweisungen sind in Deutschland überaus beliebt und weit verbreitet. So wurden 2022 rund 17,3 Millionen SEPA-Zahlungen getätigt, was Deutschland zu einem der größten SEPA-Nutzer im EURO-Zahlungsverkehrsraum macht.

Zeitplan und Umsetzung von VoP

Die IPR als die übergeordnete Regulierung ist seit dem 8. April 2024 in Kraft. Die vereinbarten Fristen für die Umsetzung sehen vor, dass ab dem 9. Oktober 2025 alle Banken im SEPA-Raum VoP für sämtliche Überweisungen anbieten müssen – sowohl für Instant Payments als auch für reguläre SEPA-Überweisungen. Das ist – salopp gesagt – sehr sportlich und stellt Finanzinstitute vor erhebliche Herausforderungen, da die Implementierung komplexe Systemanpassungen erfordert.

Technische Aspekte der Umsetzung

Werfen wir einen genaueren Blick darauf, was sich systemseitig für Banken und Finanzinstitute ändert.

Die technische Umsetzung der Verifizierung von Payee (VoP) zeichnet sich durch eine schnelle Prüfung innerhalb von drei Sekunden aus. Banken sind verpflichtet, VoP auf allen Zahlungskanälen anzubieten, einschließlich Online-Banking, Mobile-Banking, Telefonbanking und in der Filiale. Das alles betrifft unterschiedliche technische Aspekte:

Datenschutz und Sicherheit

  • Sichere Datenübertragung:
    Implementierung von Verschlüsselungsmechanismen für den sicheren Austausch von Kundendaten.
  • Datenschutzkonformität:
    Sicherstellung der Einhaltung von Datenschutzbestimmungen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten.

Performance

  • Echtzeitfähigkeit:
    Gewährleistung von Antwortzeiten unter einer Sekunde für den gesamten Verifizierungsprozess.
  • Lastverteilung:
    Implementierung von Load-Balancing-Mechanismen zur Bewältigung hoher Anfragevolumina.

Interoperabilität

  • Standardisierte Schnittstellen:
    Entwicklung standardisierter Schnittstellen für die Kommunikation zwischen Banken im SEPA-Raum.
  • Kompatibilität:
    Sicherstellung der Kompatibilität mit verschiedenen Bankensystemen und Zahlungsdienstleistern.

Integrationen

  • EPC-Directory-Service (EDS):
    Integration des EDS als “Telefonbuch” aller SEPA-Teilnehmer mit täglichen Updates.
  • API-Anbindung:
    Entwicklung von APIs für die Anbindung an bestehende Zahlungsverkehrssysteme.
  • EBICS-Integration:
    Implementierung neuer EBICS-Auftragsarten (z.B. CTV für SEPA-Überweisungen, CIV für Echtzeitüberweisungen) für VoP-Prüfungen.

Verbraucher im Fokus

Der erhebliche technische Aufwand kommt den Endkunden zugute. Sie profitieren in hohem Maße von einer deutlich höheren Sicherheit beim gesamten Vorgang und einer stärkeren Kontrolle über ihre Zahlungen. Durch die Verifizierung des Zahlungsempfängers vor jeder Transaktion können Kunden sich Gewissheit darüber verschaffen, dass ihr Geld tatsächlich an den vorgesehenen Empfänger geht. Damit wird das Risiko von Betrug und Fehlüberweisungen deutlich minimiert. Dies ist besonders wichtig bei Zahlungen, die online oder auf mobilen Plattformen vorgenommen werden, wo Phishing und andere betrügerische Aktivitäten immer häufiger vorkommen. Mit VoP wird zudem das Vertrauen in digitale Zahlungen gestärkt, da Kunden genau sehen können, dass der Name des Empfängers mit den Kontodaten übereinstimmt. Darüber hinaus profitieren Endkunden von einer schnelleren und einfacheren Fehlerbehebung, falls es dennoch zu Problemen bei der Zahlung kommt, da die Verifizierung der Empfängerdaten eine klare Grundlage für die Klärung bietet.

Auswirkungen auf Banken

Banken und Finanzinstitute sehen sich zunächst einem hohen zeitlichen Druck ausgesetzt, da die Umsetzungsfristen sehr eng sind und Banken gleichzeitig andere Aspekte der Instant-Payment-Regulierung umsetzen müssen. Dies strapaziert nicht nur die personellen Ressourcen, sondern auch die Budgets der Banken erheblich.

Trotz der finanziellen Belastung durch die Entwicklung oder Integration von VoP-Lösungen bietet die Implementierung auch Chancen. VoP erhöht die Sicherheit von Transaktionen und hilft, Fehlüberweisungen und Betrug zu verhindern. Langfristig kann die erfolgreiche Umsetzung von VoP die Wettbewerbsfähigkeit der Banken stärken und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Es bietet die Chance, innovative Dienstleistungen zu entwickeln und die Kundenbindung zu erhöhen.

Wie die Verification of Payee (VoP)-Prüfung in der Praxis abläuft

  1. Initiierung: Der Prozess beginnt, wenn ein Zahler eine Überweisung oder Lastschrift einleitet und die Zahlungsdaten wie IBAN, Institut und Name des Zahlungsempfängers bereitstellt.
  2. Automatisierte Prüfung: Die Bank des Zahlers führt eine automatisierte Prüfung durch, die innerhalb von drei Sekunden abgeschlossen sein muss.
  3. Interner oder externer Abgleich:
    • Wenn die Bank des Empfängers am selben VoP-Service teilnimmt, erfolgt die Prüfung intern.
    • Andernfalls wird die Anfrage über den EPC Directory Service (EDS) an den zuständigen Routing- und Verifizierungsmechanismus (RVM) weitergeleitet.
  4. Verifizierungsalgorithmus: Ein spezieller Algorithmus führt eine Kombination aus exakter Namensprüfung und phonetischer Analyse durch.
  5. Ergebnisrückmeldung: Das Prüfungsergebnis wird dem Zahler als eines der folgenden Resultate mitgeteilt:
    • Match: Name und IBAN stimmen überein
    • Close Match: Der Name ist wahrscheinlich korrekt, mit leichten Abweichungen
    • Not Possible: Der Abgleich ist nicht möglich
  6. Entscheidung des Zahlers: Basierend auf dem Ergebnis entscheidet der Zahler, ob er die Transaktion fortsetzen möchte.
  7. Ausführung der Zahlung: Die eigentliche Zahlung wird unabhängig vom VoP-Ergebnis ausgeführt, sofern der Zahler dies wünscht.

Diese Prüfung muss von Banken auf allen Zahlungskanälen angeboten werden, einschließlich Online-Banking, Mobile-Banking, Telefonbanking und in Filialen.

Fazit

Die Einführung von VoP markiert einen Wendepunkt im europäischen Zahlungsverkehr. Banken, die proaktiv handeln und ihre Systeme frühzeitig anpassen, können von erhöhter Kundenzufriedenheit und verbesserter Sicherheit profitieren. Es ist entscheidend, dass Finanzinstitute jetzt mit den Vorbereitungen beginnen, um die ambitionierten Fristen einzuhalten und die Chancen dieser neuen Technologie voll auszuschöpfen.

Die Zeit drängt, und die Uhr tickt. Banken, die diese Herausforderung meistern, werden gut positioniert sein, um in der neuen Ära des sicheren und effizienten Zahlungsverkehrs zu florieren.

FAQ

Was ist "Verification of Payee" (VoP)?

Verification of Payee ist ein Sicherheitsverfahren, das sicherstellt, dass der Name des Zahlungsempfängers mit dem Namen des Kontoinhabers übereinstimmt.

Warum ist VoP wichtig?

VoP hilft, Überweisungsbetrug zu verhindern, indem es sicherstellt, dass Geld an die richtige Person gesendet wird.

Wird VoP bei jeder Überweisung durchgeführt?

VoP wird in der Regel bei erstmaligen Überweisungen oder bei Änderungen der Empfängerdaten angewendet.

Was passiert, wenn der Name nicht übereinstimmt?

Der Zahler erhält eine Warnung oder Fehlermeldung und kann entscheiden, ob die Zahlung fortgesetzt oder abgebrochen wird.
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